14 Apr 2009
Immobilienkrise auf Mallorca: Zwangsversteigerungen en masse
geschrieben von Andreas unter Allgemein
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Jahrelang erlebte Mallorca einen wahren Boom: Wohlhabende Europäer drangen ins Land, sicherten sich großzügige Landstriche, errichteten sich zwischen rauschendem Mittelmeer und grüner Idylle, unbeirrt von den üppigen Immobilienpreisen, ihre privaten Villen. Der Beruf des Immobilienmaklers führte in der Rangliste der balearischen Traumberufe über Jahre die Rangliste an, Preissteigerungen von jährlich über zehn Prozent schienen normal zu sein. Wie die „Welt Online“ berichtet, wurden die potentiellen Immobilienbesitzer mit offenen Armen zum Schuldenmachen eingeladen, attraktive Konditionen schienen attraktiver als die Vernunft, schließlich galt es, sich ein Stück vom Kuchen Mallorcas zu ergattern. Jahrelang regierte der Protz auf der größten Baleareninsel.
Damit ist vorerst Schluss, der Kuchen wird neu verteilt. Der Immobilienmarkt liegt brach, die Zahl der Zwangsversteigerungen haben sich innerhalb eines Jahres verfünffacht. Wie „Welt Online“ unter Berufung auf die deutschsprachige „Mallorcazeitung“ schreibt, seien die Glaswände des Amtsgerichts von Palma zugeklebt mit Aushängen, die eine neue Zwangsversteigerung bekannt geben.
Auf der ganzen Insel sollen zehntausend Verfahren eingeleitet werden, jede Zwangsversteigerung bedeutet das Ende einer Existenz. Der Ausbruch der Finanzkrise im Herbst 2008 ließ die Immobilienbranche in den Keller stürzen. Die Banken begannen, den Hahn zuzudrehen, neues Geld wurde nicht mehr ausgeliehen. Da der Immobilienmarkt eng an die gesamte Wirtschaft gekoppelt ist, wirken sich die Auswirkungen umso verheerender aus: Eine dramatisch hohe Arbeitslosenquote von 16 Prozent – die höchste in ganz Europa – belastet Spanien.
Während deutsche Immobilienbesitzer weitgehend von diesen Auswüchsen verschont blieben, sind es vor allem Briten, denen die Zwangsversteigerung blüht: Viele Briten haben den Kreditvertrag mit der örtlichen Bank abgeschlossen, dadurch hat der Kursverlust des Pfund die Euro-Raten untragbar gemacht.
Aus dem Elend der ehemaligen Hausbesitzer, können „Schnäppchenjäger“ Profit schlagen: Theoretisch kann bereits für 70 Prozent des Schätzwertes die Immobilie den Besitzer wechseln. Zusätzlicher finanzieller Anreiz: Bei einer Zwangsversteigerung ist die Maklercourtage von sechs Prozent nicht zu bezahlen.
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